Buchtipps

Hazel Rosenstrauch Wahlverwandt und ebenbürtig. Caroline und Wilhelm von Humboldt

Empfohlen von Oliver Fründt

LOGO

Vergriffen, evtl. antiquarisch erhältlich

Mit Hazel Rosenstrauchs Buch bekommt man nicht nur ein vertieftes Bild einer der spannendsten Epochen der deutschen Geistesgeschichte. Zum Ende des 18. und anfangs des 19. Jahrhunderts überschnitten sich ja mit der Klassik und der Romantik schon einmal zwei wichtige Richtungen in Literatur und Denken. Auch die politischen Geschehnisse jener Zeit waren aufregend und richtungsweisend: die französische Revolution und ihre Folgen für Europa, Aufstieg und Fall Napoleons, die Befreiungskriege gegen ihn und die Neuordnung Europas. (Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß sich in dem Wort Europa auch das Wort Uropa versteckt? Aber das natürlich nur am Rande! Kicher…)
Zugleich mit all diesem Wirrwarr ging auch ein Aufbruch gesellschaftlicher Art einher. Allerlei Reformen im gesellschaftlichen und persönlichen Bereich wurden getätigt. Und mittendrin das Ehepaar von Humboldt!
Wilhelm, der Bruder des Weltreisenden Alexander, war im Staatsdienst. Heute vor allem als Gründer der Humboldt-Universität zu Berlin und Bildungsreformator berühmt, ist gar nicht mehr bekannt, daß er in diesem Bereich nur vierzehn Monate tätig war.
Ansonsten war er vor allem Gesandter in verschiedenen Städten Europas und als Unterhändler nicht nur beim Wiener Kongreß, sondern auch bei allerlei anderen weichenstellenden Konferenzen mit von der Partie.
Dabei wollte er sich eigentlich am liebsten nur eigenen Projekten wie der Sprachwissenschaft und Welt- und Menschenerforschung hingeben.

Der Mittelpunkt seines Lebens war und blieb jedoch seine Frau Caroline, die ihm persönlichen Halt gab und offenbar zugleich seine wichtigste Gesprächspartnerin in all seinen Projekten und Plänen gewesen sein dürfte. Der umfangreiche Briefwechsel deutet darauf hin. Und er zeigt vor allem, wie sehr die beiden auf absolut gleicher Augenhöhe miteinander umgingen und wie sehr ihre Beziehung von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt getragen war.
Schade für die beiden, aber schick für die Nachwelt, daß die Humboldts während ihrer vierzig Jahre dauernden Ehe immer wieder für längere Zeit getrennt lebten und sich daher so viele, oft täglich Briefe über große wie alltägliche Themen geschrieben haben!

Hazel Rosenstrauch gelingt es auf faszinierende Weise, diese Beziehung in ihrem gesellschaftlichen Umfeld zu beschreiben und lebendig zu veranschaulichen. Ich habe ihr Buch mit großem Gewinn und vor allem mit Freude gelesen!

Hazel Rosenstrauch:
Wahlverwandt und ebenbürtig
Caroline und Wilhelm von Humboldt
Bei der Büchergilde leider vergriffen.

Die beiden Humboldts nannten sich übrigens Bill und Li. Das fand ich noch besonders charmant…

Hazel Rosenstrauch / Wahlverwandt und ebenbürtig. Caroline und Wilhelm von Humboldt

Büchergilde

0.00 €

Vergriffen