Buchtipps

Veneda Mühlenbrink Odéonia, Paris

Empfohlen von Oliver Fründt

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Wählen Sie Bücher auch manchmal wegen des Covers? Wenn ja, lassen Sie sich von diesem hier bitte nicht abhalten! Die Dame ist ganz hübsch – zu dem wirklich schönen Roman über die nahezu legendären Buchhändlerinnen „Shakespeare & Company“ in Paris paßt sie nicht so gut (finde ich).


1917 schneit die amerikanische Journalistin Sylvia Beach in Adrienne Monniers Buchhandlung „Maison des Amis des Livres“ in der Rue de l‘Odéon. Die beiden Frauen verlieben sich ineinander. Und Sylivia Beach‘s Traum ist es, eine amerikanische Buchhandlung in Paris zu eröffnen. Gesagt, getan – mit allen Schwierigkeiten, die damit zusammenhängen, versteht sich.

Und sie wird von den Literaten und Künstlern in Paris herzlich aufgenommen: André Breton, Soupault, Apollinaire, Hemingway, André Gide, Ezra Pound, alle geben sich ein Stelldichein, geben Lesungen aus ihren Werken oder trinken Tee. Sogar Fernando Pessoa kommt vorbei und liest aus seinen Werken.

Und natürlich James Joyce! Daß Sylvia Beach beschlossen hatte, seinen „Ulysses“ zu veröffentlichen, und die Arbeit daran, stellt das Paar auf eine harte Belastungsprobe. Wie später auch Adriennes Freundschaft und Affaire mit der deutschen Fotografin Giséle Freund.

Da fiebert man beim Lesen schon ordentlich mit, ob das für die beiden Frauen und ihre Liebe gut geht. Und man taucht tief in diese faszinierende Literatur- und Künstlerwelt im Paris der zwanziger Jahre ein. Das macht sehr viel Spaß!

Auch wenn „Odéon, Paris“ nicht hohe Literatur ist (die Figuren sind alle nicht allzu deutlich oder gar gut gezeichnet, die Schilderung der Liebesbeziehung droht manchmal etwas kitschig zu werden – aber welcher Liebesbeziehung droht das nicht, und von den Künstlern und Schriftstellern hat man selbst schon so seine eigene Vorstellung), kann ich diesen schönen Roman über das flirrende und kreative Paris der zwanziger Jahre sehr herzlich empfehlen!

Veneda Mühlenbrink / Odéonia, Paris

Verlag Ulrike Helmer

15.00 €