Buchtipps

NoViolet Bulawayo Wir brauchen neue Namen

Empfohlen von Lisa Stöhr

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Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

das Beste von Allem ist Verstehen. Gerade heute, bei dem was auf unserer Welt gerade so alles geschieht.
Auch deshalb empfehle ich Ihnen dieses Buch

Zuerst zum Titel: Warum neue Namen? Na, ist doch klar: Weil sie nicht mehr passen. Die alten, afrikanischen Namen wollen nicht mehr in die neue Welt USA passen. Aber nicht, weil sie schwer auszusprechen wären (welche englische Zunge hat schon Probleme, „Darling“ zu sagen?). Nein, weil der Mensch nicht mehr derselbe ist.

Bulawayo erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das in einer Blechhüttensiedlung namens „Paradise“ in Simbabwe aufwächst. Meisterhaft trifft sie die Sprache und Weltsicht eines Kindes. Sie erzählt von den Freunden, dem Hunger, den Spielen und der Staatswillkür. Alles irgendwie gleichwertig, nichts davon dramatisch, sondern alles ein Teil der Welt. Der bekannten und schön-schrecklichen Welt in „Paradise“.

Und auch, wenn Darling mit der Tante und all dem Reichtum in den USA angibt… es ist anders, dann wirklich dort zu sein. Um es für sie untypisch pathetisch zu sagen: Sie ist, wie viele andere, entwurzelt. Sie geht zur Schule, sie hat mehr als genug zu essen, sie hat viele Dinge, die sie nicht braucht. Aber sie selbst passt nicht mehr. Nirgendwo.

Verstehen Sie, was ich mit meinem ersten Satz meinte?

Mit nachdenklichen Grüßen,
Ihre Lisa Stöhr

NoViolet Bulawayo / Wir brauchen neue Namen

NoViolet Bulawayo:
Wir brauchen neue Namen
Büchergilde, Euro 18,95
Suhrkamp, Euro 21,95

18.00 €