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Benjamin Alire Saenz Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

Empfohlen von Lisa Schwachoffer

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„Er konnte schwimmen, er konnte zeichnen, er konnte mit anderen reden. Er las Gedichte und war zufrieden mit sich. Ich fragte mich, wie es wohl war, mit sich zufrieden zu sein.“

Ein hübscher Junge, aber er ist unzufrieden mit sich. Ein gutes Leben, aber er ist unglücklich. Eine liebevolle Familie, aber er empfindet eine unausgefüllte Leere. Der 15-jährige Junge mit mexikanischen Wurzeln Aristoteles weiß nicht, was ihm fehlt, aber er weiß, dass dieses Leben sich nicht so anfühlt, wie es sich anfühlen sollte.
Als er auf den gleichaltrigen Dante trifft, scheint sich allerdings etwas zu ändern. Denn indem sie sich anfreunden, lernen sie sich selbst, das Leben und auch das Universum besser kennen.

So! Mehr gebe ich Ihnen an Inhalt nicht. Wenn ich nämlich noch viel mehr vorweg nehme, ruiniere ich die ganze Atmosphäre von diesem wunder-, wunder-, wunderbaren Buch. Es ist lange her, dass mich ein Buch derart berührt hat und dazu spielen so viele Faktoren.

Sprachlich ist dieser Roman auf der perfekten Ebene von „angenehm um es in einem guten Tempo durchzulesen“ und „so schön, dass es wehtut“. Die deutsche Übersetzung hat also ganze Arbeit geleistet, denn es war so schnell vorbei, dass ich gleich wieder anfangen wollte. Es ist ein origineller Stil mit kurzen Sätzen oder auch Wiederholungen. Saenz steigert seine Beschreibungen, so dass am Ende eine unglaublich intensive Wirkung auf den Leser zurückbleibt. Ich könnte auf jeder zweiten Seite ein wunderschönes Zitat herausziehen.

Der Handlungsort ist ganz passend gewählt und erscheint sowohl realistisch ist aber auch verträumt widergegeben, was ganz zur Atmosphäre der Geschichte passt. Ein kleiner Ort in Amerika, wo man einander kennt und normalerweise nichts Spannendes vorfällt. Ein Ort, an dem man gerne das ein oder andere Geheimnis aufdecken möchte.

Von der Handlung her hält Saenz ein flottes Tempo aufrecht, was beim Lesen aber überhaupt nicht auffällt, da es zunächst so erscheint als würde nicht viel passieren, was im Rückblick betrachtet ganz anders aussieht. Denn in diesem einen Jahr was die beiden miteinander, teilweise aber auch getrennt, verbringen, erleben sie so viel mehr, als sie es früher allein getan haben. Abgesehen von den offensichtlichen Ereignissen entwickeln sie sich auch im Geiste und erfahren mehr über sich selbst und andere. Sie erkennen was es bedeutet für andere da zu sein und sich nicht zu verstellen, sondern das eigene Wesen zu akzeptieren und weiterzumachen.

Bewegend, philosophisch, weise und liebevoll erzählt dieses Buch vom Erwachsenwerden, dem Weg zur Selbstannahme und einer erblühenden Freundschaft.

Benjamin Alire Saenz / Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

Thienemann Verlag
ab 14 J.

16.99 €