Buchtipps

Astrid Paprotta Mimikry

Empfohlen von Wolfgang Grätz

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Vergriffen, evtl. antiquarisch erhältlich

Als Kriminalkommissar von der Mordkommission hat man es heutzutage in Deutschland schwer: wie Joachim Löw von ca 50 Mio weiteren, eigentlich besser informierten Co-Bundestrainern flankiert wird, so hat auch die allwöchentliche Fortbildungsveranstaltung der Fernuniversität ARD, Seminar „Tatort“, uns und Abermillionen andere auf dem zweiten Bildungsweg zu Sachverständigen in Sachen Kripo herangebildet.
Leider sind wir, so wie uns die in Frankfurt lebende Astrid Paprotta den Spiegel vorhält, ziemlich unsympathisch, doch dieses Los teilen wir mit der Oberkommissarin und dem Hauptkommissar in Paprottas Kriminalroman „Mimikry“, dem „Kultkrimi“ des 4. Quartals.

Übertroffen wird die Abneigung des Lesers gegen die Genannten noch von der, die man gegenüber den Mordopfern empfindet, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, davon aber gern in Fernsehtalkshows berichten. Die sind nicht richtig böse, aber nervig, und so wenig Sympathie sich für irgendeine Person dieses Romans einstellen will, so wenig Mitleid hat man mit den Opfern. Fast ist es einem egal, wer die um die Ecke gebracht hat, und das dauernde Genörgel aller Beteiligten kann einem schon gewaltig auf den Keks gehen.
Dann nimmt das Buch mit dem dritten Opfer Fahrt auf und man ahnt, dass hier noch nicht die letzte Messe gelesen wurde und manch einem das Nörgeln noch vergehen wird…
Dass „Mimikry“ in Frankfurt spielt, merkt man nur an einigen Straßennamen, – oder doch auch an den Charakteren?

Astrid Paprotta: Mimikry
Kultkrimi
Büchergilde, Euro 15,90

Im Büchergilde Magazin heißt das: „Meisterhaft leuchtet sie die seelischen Abgründe ihrer Figuren aus.“ Das kann natürlich auf das gleiche hinauslaufen…
Bitte entscheiden Sie selbst!

Astrid Paprotta / Mimikry

Büchergilde

15.90 €

Vergriffen