Buchtipps

Ingeborg Gleichauf So viel Fantasie

Empfohlen von Oliver Fründt

LOGO

Ingeborg Gleichauf erzählt von bekannten und weniger bekannten Autorinnen, die in der Lebensphase ab 60 mit besonderer Qualität weitergeschrieben haben: Marie Luise Kaschnitz, Simone de Beauvoir, Christa Wolf wie Sarah Kirsch, Patricia Highsmith, Kerstin Ekman, Else Lasker Schüler… (Soll ich jetzt wirklich alle aufzählen?, frag ich mich gerade) … insgesamt 15 Portraits von Autorinnen, die teils immer geschrieben, teils aber auch erst spät angefangen haben (Maria Beig zum Beispiel).
Dieses Lesebuch schenkt einem zwei Dinge: Es faßt Lektüreerfahrungen in Worte. Das Kapitel über Alice Munro, die über sich sagte: „Ich bin wie Mick Jagger, ich mache immer weiter“ (oder so ähnlich), ist zum Beispiel ein toller, sehr lesenswerter Essay über ihr Leben, ihr Werk und ihr Bild in der Öffentlichkeit.

Zum anderen kann man mit „So viel Fantasie“ auch Autorinnen entdecken, von denen man vielleicht nie gehört hat, und seinen Lesehorizont damit entschieden und erstklassig erweitern!


Und es enthält ein sehr bedenkenswertes Zitat von Helen Meier: „Bilder, Empfindungen, Erschütterungen, Gemütsbewegungen werden ja (…) nicht nur durch das Leben und Gelebthaben verursacht, sie werden, das ist ein Wunder, uns auch durch die Literatur gegeben.“ (S. 136)

Es scheint, als würden die beschriebenen Autorinnen in ihrem Alter immer empfänglicher für dieses Wunder. (Mal abwarten, ob wir das auch noch erleben…)

Ingeborg Gleichauf / So viel Fantasie

Ingeborg Gleichauf:
So viel Fantasie
Schriftstellerinnen in der dritten Lebensphase
Aviva Verlag, Euro 19,90

19.90 €