Buchtipps

Christoph Poschenrieder Mauersegler

Empfohlen von Oliver Fründt

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Einen großartigen Roman hat Christoph Poschenrieder mit „Mauersegler“ (Diogenes Verlag, Euro 22,00) geschrieben:


Fünf Männer, alte Schulfreunde, gründen im Alter eine WG. Eigentlich gehört noch ein sechster dazu. Das ist eine andere Geschichte, die aber total mit hineinspielt.

Sie haben viel erreicht, einige von ihnen sind richtig reich geworden, das Haus gehört ihnen, sie verbringen ihre letzten Jahre so, wie sie es sich vorgestellt haben. Miteinander, keine Familie, nur die Ruhe, und jeder kann seinen Hobbies und Neigungen nachgehen.

Allmählich und diskret drängt sich ihnen die Frage auf, wie sie es mit dem Sterben halten wollen. Der IT-Spezialist unter ihnen schreibt ein waghalsiges Computer-Programm. Und alle fragen sich, wie das wohl gut gehen kann.
Und was die kirgisische Pflegerin, die sie schließlich doch einstellen mußten, doch davon weiß…

Poschenrieders Ich-Erzähler, einer der alten Männer, erzählt und berichtet detailliert, mit großer Leichtigkeit und zugleich einer Gedankenschärfe, die nur an Schopenhauer geschult sein kann. Ist ja klar: Von Poschenrieder kennen Sie vielleicht den Schopenhauer-Roman „Die Welt ist im Kopf“ (Büchergilde, 10,95).

Das macht viel Spaß beim Lesen – und ist vor dem Hintergrund der Debatte zur Sterbehilfe auch noch sozusagen ein Beitrag aus der Praxis.
Tolles Buch! Lohnt sich sehr.

P.S.: Ich habe zweimal zu lesen begonnen. Das erste Kapitel, indem die fünf Männer einzeln vorgestellt werden, hatte mich beim ersten Mal etwas abgeschreckt. Man kann es auch überspringen und zwischendurch oder am Ende nachholen. Im letzteren Fall kann es passieren, daß man das Buch gleich noch einmal liest. Das wäre nur zu verständlich…

Christoph Poschenrieder / Mauersegler

Diogenes Verlag, 2015

22.00 €