Buchtipps

Lisa ODonnell Die Geheimnisse der Welt

Empfohlen von Lisa Schwachoffer

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„Lügen machen die Leute glücklich, glaube ich, und deshalb lügen alle andauernd, um die anderen nicht zu verletzen oder wütend zu machen, sondern die Wahrheit schön von ihnen fernzuhalten.“

Michael Murray ist elf Jahre alt und liebt das Spiel „Ball hochhalten“. Er übt fleißig für die Talentshow, die von zwei Mädchen aus demselben Ort geplant wird, um eine Chance auf den Gewinn zu haben.
Als seiner Mutter etwas Schreckliches passiert, muss allerdings die ganze Familie darunter leiden. Denn statt sich Hilfe zu holen, beschließen sie alles für sich zu behalten, aus Sorge davor, was die Nachbarn sagen könnten.

Missverständnisse, Lügen und weiteres Unglück sind das Ergebnis. Obwohl die Familie immer wieder zu zerbrechen droht, schaffen sie es, sich zusammenzureißen und noch einen Tag länger durchzuhalten.

Wie auch schon in „Bienensterben“ trifft Lisa O’Donnell mit Michael den perfekten Ton. Die Ereignisse vor dieser kindlichen Unschuld und Naivität erscheinen umso realer und heftiger, werden aber auch auf eine vollkommen authentische Weise widergegeben. Man kauft der Autorin die Kinderstimme ab.
Vieles was Erwachsenen überhaupt nicht mehr auffällt, nimmt Michael viel deutlicher war. Deswegen lässt er sich aber auch umso schneller von Spielen und Unfug ablenken.

O’Donnell baut ein geschicktes Netz von Täuschungen und Irrtümern auf, in das die Familie sich verspinnt und auf dem weitere problematische Vorfälle aufbauen, wodurch man sich als Leser einfach nicht vorstellen kann, wie das Ende aussieht. Bis zum Schluss hofft man nur, dass es gut ausgeht und die Familie zusammenbleibt.

Ein starker, ausgesprochen gut geschriebener Roman über den Zusammenhalt einer Familie, die lernen muss was es bedeutet, füreinander da zu sein.


Lisa ODonnell / Die Geheimnisse der Welt

Dumont Verlag

18.99 €

Lisa ODonnell Bienensterben

Empfohlen von Lisa Schwachoffer

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„Aber meine Eltern, die uns jeden einzelnen Tag unseres Lebens vernachlässigt haben, klar, die galten immer als geeignet, nur wegen dieser DNA-Sache.“

Auf den ersten Seiten der Geschichte, begraben Marnie und Nelly ihre toten Eltern. Allerdings sind sie alles andere als traurig darüber, denn Izzy und Gene waren die schlimmste Sorte von Rabeneltern. Die Kinder versuchen die Toten geheim zu halten, damit sie zusammen bleiben können, ohne dass irgendein Amt sich einmischt. Aber dann mischt sich doch jemand ein und zwar ihr Nachbar Lennie. Ein netter einsamer Rentner, der sich Sorgen macht.

Zwischen den sehr unterschiedlichen Charakteren entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die weitaus tiefer greift, als jede familiäre Beziehung, die die beiden Jugendlichen je zu ihren Eltern hatten.

Dieses Buch ergreift den Leser mit derber Sprache und krassen Umständen. Marnie, die ältere der beiden Schwestern, hat ein loses Mundwerk, das selbst mich immer ein wenig überrascht und zusammenzucken lässt. Vor allem, wenn sie von ihrer Situation erzählt. Denn die beiden Mädchen haben so einiges durchgemacht und die Pechsträhne scheint nicht abreißen zu wollen.

Aber glücklicherweise erleben sie auch hin und wieder ein Wunder, was auch dem Leser Zeit zum Durchatmen gibt. Ebenso interessant ist die Perspektive von Nelly, der jüngeren Schwester, die das komplette Gegenteil von Marnie ist. Auch Lennie hat ein hartes Schicksal ereilt, doch er erfreut sich an den kleinen Dingen und versucht den Kindern so viel wie möglich von seinem Glück abzugeben.

Lisa O’Donnell hat eine Geschichte verfasst, die jeden Leser berührt und ihn noch lange danach darüber nachdenken lässt. Das Buch handelt zwar von 12- und 15-jährigen Mädchen, aber ich würde es erst ab 16 empfehlen, da einige Begriffe und das Leben der beiden etwas zu ‚normabweichend‘ sind, wovon einige jüngere Jugendliche abgeschreckt werden könnten.

Lisa ODonnell / Bienensterben

Dumont Verlag

9.99 €