Buchtipps

Milena Agus Die Flügel meines Vaters

Empfohlen von Oliver Fründt

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Nur noch als Taschenbuch erhältlich!

Warum will Madame, die schöne Hotelbesitzerin, ihr Grundstück am Meer nicht verkaufen? Sie könnte reich werden. Und die ganze Nachbarschaft gleich mit, es liegt nur an Madame. Aber sie lebt lieber arm und läßt sich schlecht behandeln.

Die Figuren in Milena Agus‘ Büchern (Die Frau im Mond, Solange der Haifisch schläft) sind immer auf der Suche nach dem Glück. Ein schwieriger Weg, den jede auf ihre Weise geht, stolpernd und in Würde taumelnd, mit Lebenslügen, die doch zu einer Wahrheit führen. Durch Zufall, mit Glück? Oder durch Zufall zum Glück?

„Die Flügel meines Vaters“ ist wieder in einer klaren, fast schlichten Sprache erzählt. Und in dieser Einfachheit entfaltet sich wieder eine ebenso klare, fast schlichte wie wundervolle Poesie, dass man sich beim Lesen… na, was? genau: einfach glücklich fühlt!


Auf Seite 102 dieses kleinen Romans steht übrigens ein schönes Zitat über die Freundschaft:

„Eine Freundschaft ist wie eine Hin- und Rückreise, die man gemeinsam unternimmt. Auf der Hinreise will einer der Freunde plötzlich nichts mehr vom anderen wissen, weil der sich in seinen Augen dumm verhalten hat. Aber auf der Rückreise besinnt er sich darauf, dass der andere dennoch sein Freund ist: ein Mensch mit so vielen Vorzügen, wie er nie wieder einen finden wird.“

Ist das nicht Glück?

Bei Hoffmann & Campe vergriffen!

Milena Agus / Die Flügel meines Vaters

dtv, Taschenbuch, Euro 8,90

8.90 €

Milena Agus Die Frau im Mond

Empfohlen von Oliver Fründt

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Eine junge Frau erzählt von ihrer Großmutter. Die war eine starke, leidenschaftliche Frau, deren größtes Ziel im Leben die Liebe war.

Das Einzige, was zählt. (genau!) Und die ihren vermeintlichen Liebhabern und Zukünftigen deshalb so leidenschaftliche Liebesbriefe schrieb, das die sich lieber vom Acker machten. (um es mal so zu sagen) und zwar ausnahmslos alle.

Erst ein Kriegsflüchtling, der bei ihrer Familie unterkommt, heiratet sie. Es ist eine Vernunftehe, absolut ohne das, was die Großmutter (so wird sie während des ganzen Textes genannt) sich erwartet und gewünscht hat.

Ihre Leidenschaft bleibt also unerfüllt. Bis sie wegen ihrer Nierensteine zu einer Kur fährt und einen Mann kennen lernt. Die Liebe ihres Lebens…
Die Ich-Erzählerin in Milena Agus' kleinem Roman „Die Frau im Mond“ erzählt die Geschichte ihrer Großmutter, aber ganz nebenbei zeichnet sich darin eine ganze Familiengeschichte ab.

Wofür manch Autor mindestens 900 Seiten brauchte, findet sich hier auf knapp 130 Seiten. Und das ist großartig gelungen! Keine Hochliteratur, nö, aber ein paar schöne Lesestunden kann man sich damit machen.

Ein Gedanke darin hat mich besonders beeindruckt: „Laut Mama muss in einer Familie zwangsläufig jemand die Unordnung auf sich nehmen, denn so ist das Leben nun mal, ein Hin- und Herpendeln zwischen Ordnung und Unordnung, ansonsten würde die Welt erstarren und stehen bleiben.

Wenn wir nachts ohne Albträume schlafen, wenn die Ehe zwischen Papa und Mama ohne Verwerfungen ist, wenn ich meine erste Liebe heirate, wenn keiner von uns Panikattacken hat und niemand versucht, sich das Leben zu nehmen, sich in einen großen Müllcontainer zu stürzen oder sich zu verunstalten, dann haben wir das einzig und allein Großmutter zu verdanken, die dafür einen hohen Preis bezahlt hat.

In jeder Familie gibt es jemanden, der einen Tribut leisten muss, damit das Gleichgewicht zwischen Ordnung und Unordnung gewahrt bleibt und die Welt nicht aufhört, sich zu drehen.“

Der Rest dieses wunderschönen kleinen Romans erzählt von dem Tribut und der Unordnung, die eine faszinierend leidenschaftliche Frau auf sich nimmt. Und am Ende ist man glücklich damit, dieses tolle kleine Buch gelesen zu haben!

Auch als Taschenbuch bei dtv, Euro 7,90

Milena Agus / Die Frau im Mond

Hoffmann und Campe

14.95 €