Die Geschichte der Büchergilde-Buchhandlung

Die Büchergilde Gutenberg hat lange Zeit ihre Bücher über betriebliche Vertrauensleute, vor allem in den Betrieben der Graphischen Industrie, vertrieben. Erst mit dem Zerfall gewerkschaftsnaher Lebenszusammenhänge Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts entstand die Notwendigkeit, ein Netz eigener Buchhandlungen aufzubauen.

Das Filialgeschäft im Hochhaus der Bank

Die erste Büchergilde-Buchhandlung in Frankfurt/Main hatte ihren Sitz im DGB-Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße.
Als der Gewerkschaftsbankier Walter Hesselbach die Vision einer beispielgebenden gewerkschaftseigenen »Gemeinwirtschaft« in Frankfurt zu verwirklichen suchte, zog auch eine Filiale der Büchergilde Gutenberg in das Hochhaus der Bank für Gemeinwirtschaft (BfG), heute das Haus der Europäischen Zentralbank am Willy-Brandt-Platz, ein.

Zunächst im Souterrain zusammen mit dem Bund-Verlag gelegen, zeigte sich alsbald, dass nach dem klassischen Gewerkschaftspublikum eine großstädtische intellektuelle Klientel die Büchergilde für sich entdeckte und dem Filialgeschäft zum Aufstieg in die 1. Etage der Ladengalerie des BfG-Hauses verhalf.

Umzüge: erst zu Goethe,
dann zur Stadtmauer der Staufer

Mit dem Wechsel zur Europäischen Zentralbank durften in dem Hochhaus keine Läden mehr betrieben werden und Wolfgang Grätz, seit 1987 dort Filialleiter und Regionalleiter für alle Büchergilde-Buchhandlungen Hessens und des nahen Rheinlandes, führte 1994 die beiden Frankfurter Büchergilde-Läden im Großen Hirschgraben, direkt gegenüber dem Goethe-Haus, zusammen.

Als 13 Jahre später der Hauseigentümer, der Volks-, Bau- und Sparverein, Eigenbedarf für dieses Ladenlokal anmeldete, gelang mit dem Umzug „An der Staufenmauer” der Sprung ins Herz der Innenstadt, ein wenig versteckt zwar hinter der Konstabler Wache, dafür nur eine Minute von U-, S- und Straßenbahn – Knotenpunkten entfernt.

Die Frankfurter Filiale als Franchise-Nehmer

Mit dem Management Buy Out der Büchergilde 1998 verwandelte sich diese in eine Franchise-Geberin für die bislang hauseigenen Buchhandlungen, die Frankfurter Filiale wurde von Wolfgang Grätz gekauft. Mit Silke Müller, nach ihrer Hochzeit Silke Wrzodek, seit 1998 Geschäftsführerin, blühte die Buchhandlung auf zu einer von nur noch ganz wenigen literarischen Innenstadt-Refugien.

Heute sind hier neben dem Inhaber vier qualifizierte Buchhändler/innen beschäftigt – drei von ihnen wegen kleiner Kinder in Teilzeit – sowie zwei Auszubildende.

Vielfalt für Kinder und Erwachsene

Schwerpunkte der Buchhandlung sind – natürlich – das Sortiment der Büchergilde, das die Buchhandlung exklusiv für den Großraum Frankfurt vertritt, das einzigartige Sortiment an Künstlergrafik, Buchkunst und originalgrafischen Büchern mit dem »Frankfurter Grafikbrief« als gesammeltem Periodikum sowie die feine Auswahl aktueller Belletristik für Erwachsene und Kinder.

Gespräche sind uns wichtig

Ein vierteljährlich veranstaltetes sonntägliches »Bücherfrühstück« ist mit 40 Plätzen regelmäßig ausverkauft, Lesungen und Ausstellungseröffnungen ermöglichen dem interessierten Publikum persönlichen Kontakt zu Autoren und Künstlern.

Die Buchhandlung ist durch die – abonnierbare – »Büchergilden-Post« (als e-mail oder Brief), den »Frankfurter Grafikbrief« und vor allem durch die Zeit, die für Ladengespräche verfügbar ist, mit Leser/inne/n, Sammler/inne/n und Kunstliebhaber/inne/n in regem und lebendigem Kontakt.