Unsere Buchtipps für Sie

Angela Schiller empfiehlt:

David Foenkinos
»Nathalie küsst«
C.H.Beck
16.95 EUR

»Nathalie küsst»
von David Foenkinos



"Nie zuvor hatte ihn jemand - ohne mit seinen Lippen einen Termin vereinbart zu haben - einfach so geküsst."

Markus, der einzige Schwede in einer Schwedischen Firma in Frankreich, wird eines Tages plötzlich und aus heiterem Himmel geküsst.
Dieser Kuss, der sein Leben völlig aus der Bahn wirft, kommt von der schönen, erfolgreichen und eigentlich unerreichbaren Nathalie. Sie ist seine Vorgesetzte in der Firma und hat ihm bis zum Tag des Kusses im Grunde keine wirkliche Beachtung geschenkt.
Generell allen Männern hat Nathalie keine Beachtung geschenkt, denn ihre große Liebe, ihr Ehemann Francois, ist vor ein paar Jahren tödlich verunglückt. Es war ein recht banaler Tod, er wurde beim Joggen von einer Blumenlhändlerin überfahren.
Dieser Verlust bestimmt seither Nathalies Leben. Sie hat ihre Liebe verloren und versucht, die Leere durch gesteigerten Arbeitseifer zu betäuben. Das gelingt ihr durchaus gut, denn sie wird bald befördert und leitet mehrere Angestellte an.
Zu diesen Angestellten gehört auch jener Markus, der an einem Morgen an ihre Bürotür klopft, um sie zu einer Sache der Akte 114 zu sprechen.
Und als dieser Markus, dessen Erscheinungsbild eher als unangenehm, aber nicht hässlich, zu beschreiben ist, in ihrem Büro so vor ihr steht, tritt sie auf ihn zu und küsst ihn urplötzlich.

Dieser Kuss, der für Nathalie zu Beginn so wenig zu bedeuten hat, dass sie ihn zunächst sogar vergisst, macht im Gegenzug den Schweden Markus unglaublich glücklich und erfüllt ihn mit neu erwachter Lebenslust.
Da er den Kuss und dessen Folgen für ihn nicht vergessen kann, bleibt er mutig und hartnäckig und es entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden, die jedoch in der Firma für böse Gerüchte sorgt.
Ein weiteres Hindernis ist Nathalies Chef Charles, der schon immer Hintergedanken bezüglich Nathalie hatte und nun völlig entgeistert feststellt, mit welcher Art Mann sie lieber als mit ihm zusammen ist.
Seines Stolzes beraubt, greift Charles zu härteren Mitteln, um den Rivalen loszuwerden.
Am Ende bleibt für Markus und Nathalie nur die Flucht vor der Firma und dem Alltag.

Warum ich dieses großartige kleine Buch (239 Seiten) empfehle, liegt vor allem daran, dass David Foenkinos immer wieder so wunderbare Sätze schreibt, die einen fast umhauen.
Einmal, weil sie oft wirklich witzig sind in ihrer Tragik. Oder weil sie Dinge so genau auf den Punkt bringen, wie man selbst es wohl selten kann.
Außerdem ist es auch eine originelle Liebesgeschichte, und sei hiermit jedem Romantiker ans Herz gelegt!

Hier ein wunderschöner Satz aus dem Buch (Markus kommt am Tag des ersten Kusses nach Hause):
"Zuletzt öffnete er die Wohnungstür und fand sein Wohnzimmer im proportionalen Verhältnis zu seiner Lebenslust viel zu klein."

David Foenkinos:
Nathalie küsst
Roman
Verlag C.H. Beck, Euro 16,95

Das ist eines dieser Bücher, die vor dem geistigen Auge wie ein typischer französischer Spielfilm ablaufen: diese spezielle Leichtigkeit einer fast alltäglichen Geschichte, der zugleich eine schier bodenlose Tiefe innewohnt. Äh, oder so ähnlich. / Zur Zeit wird das Buch tatsächlich verfilmt. Mit Audrey Tautou natürlich.
Ich fand „Nathalie küsst“ zuerst gar nicht sehr eingängig, fast ein bißchen sperrig. Aber dann entwickelt das Buch einen wunderbaren Sog, ein beglückendes Leseerlebnis!

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Francesca Klös empfiehlt:

Daniele Bunge und Nina Strugholz
»Und dann und wann ein weißer Elefant«
Esslinger
22.90 EUR

»Und dann und wann ein weißer Elefant»
von Daniele Bunge und Nina Strugholz

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Felicitas Becker empfiehlt:

Jasper Fforde
»Grau«
Eichborn Verlag
19.95 EUR

»Grau»
von Jasper Fforde


Der 20-jährige Eddie Russett ist ein Roter. In seiner Welt nichts ungewöhnliches, denn seine gesamte Welt ist hierarchisch in Farben gegliedert. Purpur, grün, gelb, blau, orange, rot: Jede Gruppe kann nur ihre eigene Farbe wahrnehmen. Ganz unten rangieren die „Grauen“, die gar keine oder nur bedingt Farben sehen können und somit von der restlichen Gesellschaft gemieden werden.

Eddies Welt läuft nach strengen Gesetzen ab: Jede Person hat seinen vorbestimmten Platz und seine Aufgaben, die er erfüllen muss. Zudem gibt es ein Regelwerk, das alles Wissenswerte über Schwanenangriffe, den unerlaubten Besitz von Löffeln und anderen kuriosen Regeln und Vorschriften enthält (hier ein kleiner Auszug: „Gurken und Tomaten sind Obst, die Avocado ist eine Nuss. Zur Befriedigung der Nährstoffbedürfnisse von Vegetariern gilt jeden ersten Dienstag im Monat ein Hühnchen offiziell als Gemüse").

Obwohl Eddie alles versucht, sich anzupassen und jede noch so verrückte Regel stur befolgt und nicht hinterfragt, zieht er den Ärger nur an: Er lernt die Graue Jane kennen, die sich nicht nur durch ihre schwache Farbwahrnehmung auszeichnet, sondern auch durch ihre freche Klappe und Unangepasstheit, die am liebsten den leicht naiven und gutgläubigen Eddie in den nächsten fleischfressenden Baum werfen würde – klar, dass Eddie sich sofort in Jane verliebt!

Doch er hat nicht nur damit zu kämpfen, Jane zu imponieren, sondern ist auch plötzlich Zeuge eines Mordfalls. Langsam fängt Eddie an, seine Welt und das Farbsystem zu hinterfragen: Warum gibt es so viele Regeln? Warum kann jeder nur eine bestimmte Farbe sehen? Was ist jenes „Große Ereignis“, das vor hunderten von Jahren stattfand, wodurch dieses System entstand? Und warum sind Blitzeinschläge so gefürchtet?

Wenn Sie jetzt verwirrt von all diesen Regeln sind, keine Sorge – ich war es auch! Aber Jasper Fforde, der auch schon in den „Thursday Next“-Büchern seinen Erfindungsgeist unter Beweis gestellt hat, hat in „Grau“ eine völlig skurrile Welt erschaffen mit einzigartigen Charakteren.
Ich war wirklich begeistert von all den verrückten Ideen und Eddies Welt, und obwohl in diesem 1. Teil der Eddie-Russett-Trilogie nicht alle Fragen beantwortet werden, ist es ein echtes Lesevergnügen.

Für Jugendliche und Erwachsene, die mal ein etwas anderes Buch lesen möchten!

Jasper Fforde: Grau
aus dem Englischen von Thomas Stegers
Eichborn Verlag, 19,95 Euro

Jasper Fforde ist übrigens Waliser (Jahrgang 1961). Nur für den Fall, daß Sie schon immer mal etwas von einem alten Schweden oder so lesen wollten.
Ein mittelalter Waliser kann eben auch ziemlich viel Spaß machen!

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Francesca Klös empfiehlt:

Monika Feth
»Der Erdbeerpflücker«
GoyaLit
12.99 EUR

»Der Erdbeerpflücker»
von Monika Feth


Jette, Caro und Merle wohnen zusammen in einer Wohngemeinschaft. Es ist ein heißer Sommer, und alle drei Mädchen machen gerade ihr Abitur.
Die drei Freundinnen kennen sich in- und auswendig, sie vertrauen sich gegenseitig sehr.
In letzter Zeit Caro verhält sich jedoch seltsam, was Jette und Merle immer öfter auffällt.
Sie glauben, dass es mit Caros neuem, seltsamen Freund zusammenhängt, über den Caro nichts preisgeben möchte.
Eines Nachts verschwindet Caro. Jette und Merle warten vergebens und geben eine Vermisstenanzeige auf.
In der Zwischenzeit findet die Polizei eine Mädchenleiche im Wald. Es ist sicher: das Mädchen wurde umgebracht.
Und es ist Caro.
Die Tat deutet auf einen Serienmörder hin, den die Polizei partout nicht zu fassen bekommt, geschweige denn weiß, um wen es sich handelt.
Jettes Mutter, Imke Thalheim, eine bekannte Krimiautorin kümmert sich sehr um die trauenden Mädchen.
Auf Caros Beerdigung schwört Jette öffentlich Rache an dem Mörder.
Und das Abenteuer nimmt seinen Lauf, denn ohne es zu ahnen, verliebt sich Jette in den Möder…

Ein unglaublich spannender Hörgenuss! Fängt man einmal an, kann man nicht aufhören zu zuhören.
Die Geschichte der Mädchen fesselt einen immer mehr, die Personen wachsen einem einfach ans Herz.
Dass Imke Thalheim, die Mutter von Jette, dazu noch Krimiautorin ist rundet einfach alles ab und man gönnt sich mit diesem Hörbuch eine tolle Geschichte!

Der Erdbeerpflücker ist der erste Teil von insgesamt sechs Büchern und Hörbüchern, jeder Teil hat aber sein eigenes besonderes Ende, und es gibt immer neue spannende und außergewöhnliche Fälle mit Jette und Merle!
Viel Spaß!

Monika Feth:
Der Erdbeerpflücker
Gesprochen von Julia Nachtmann, Wanja Mues, Barbara Nüsse und Bernd Stephan
Büchergilde (Lizenz von GoyaLit)
für Mitglieder und Nicht-Mitglieder Euro 12,99


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Felicitas Becker empfiehlt:

Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.)
»Wo kommen die Worte her?«
Beltz & Gelberg
19.95 EUR

»Wo kommen die Worte her?»
von Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.)



Die Wörter

Die Wörter, wo kommen die Wörter denn her?
Aus dem Wörtersee, ja, aus dem Wörtermeer.

Wirf deine Netze aus,
Fang dir die Wörter raus,
Beutel’s am Ufer aus,
Nimm sie zu dir nach Haus!

Und was machen die Wörter dann bei mir?
Die Wörter, sie spielen, sie spielen mit dir!

(Hugo Ramnek)

Wo kommen die Worte her? Genau diese Frage hat sich nicht nur Hans-Joachim Gelberg gestellt:
Für seine neue Gedichtsammlung schrieb er über 200 Autoren an, die diese Frage mit ihren eigenen Gedichten, Sprüchen und kleinen Geschichten beantworteten.
Neben bekannten Autoren wie Gerda Anger-Schmidt, Rotraut Susanne Berner, Peter Härtling, Janosch, Erich Kästner, Mascha Kaléko, Klaus Kordon, James Krüss und Paul Maar sind in dem wunderschön gestalteten Buch auch sehr einfallsreiche Ideen von Kindern versammelt.
Die Texte sind so unterschiedlich wie abwechslungsreich, mal hintergründig, mal komisch, mal rätselhaft und auch ganz oft direkt zutreffend.
Und weil ein schönes Buch auch Bilder braucht, haben zahlreiche Künstler und Künstlerinnen ihre Zeichnungen an Gelberg geschickt, in denen sie auf ihre Weise illustrieren, wo die Worte her kommen.
Aber man kann die Texte nicht nur (vor-)lesen, sondern zwischen den Zeilen und in den Bildern viele Rätsel entdecken – da macht das Blättern noch mehr Spaß!

Ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Buch, bei dem Hans-Joachim Gelberg wunderbare Texte vereint hat und auf jeder Seite Gedichte mit schönen Zeichnungen zusammen sind.
Toll zum Vorlesen und Entdecken (und natürlich auch zum selber lesen!), nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, denn wie Herr Gelberg gleich in seinem Vorwort erklärt: „Nach dem Lesealter wird nicht gefragt!“

Weißt du nicht, wo ein Wort entsteht?
Im Buchstabengarten, im Alpha-Beet.

(Frantz Wittkamp)

Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.):
Wo kommen die Worte her? Neue Gedichte für Kinder und Erwachsene
Beltz Verlag, Euro 19,95


Also zugegeben: manche Autoren und Autorinnen wie etwa Erich Kästner, Mascha Keléko und James Krüss konnten wohl nicht direkt angeschrieben und um neue Gedichte für diese Anthologie gebeten werden…
Allerdings, da sie bis auf weiteres unsterblich sind, dürfen ihre Beiträge hier auch nicht fehlen!



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